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  • Sylvester in Rio ...
    dann weiter nach Porto Seguro und Salvador

    Salvador da Bahia Der Strand von Copacabana, Rio de Janeiro Die Brücke von Lapa, Rio de Janeiro

    Endlich war es einmal so weit. Seit mehr als 10 Jahren träumte ich schon davon. Über Weihnachten / Sylvester in die Sonne ! So etwas wie Karibik oder Brasilien. In den 90-er Jahren hatte ich ein Saisongeschäft mit Lohnsteuer-Software. Die mußte immer zum Jahreswechsel aktualisiert werden, so daß die Winterflucht nie in Frage kam. 1999 / 2000 war Rio unbezahlbar und im Jahr darauf war wieder keine Zeit. So hatte ich mir 2001 schon im April ein Ticket nach Rio sichergestellt und war auch nach dem schwarzen September nicht zurückgetreten. Getreu dem Motto, was man sich vorgenommen hat, zieht man durch, egal was da komme.

    Ganz so toll wie ich es mir vorgestellt hatte, ist es dann auch nicht geworden. Zum ersten Mal erlebe ich schlechtes Wetter in Rio. Und ein paar Verabredungen sind auch geplatzt.
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    So konzentrierte ich mich voll auf meine neu gekaufte
    Digitalkamera
    Canon Powershot S30 mit 3,2 Megapixeln
    und konnte sie trotz des miserablen Wetters hin und wieder mal einsetzen. Hier hat sie sich einmal selbst fotografiert, das gute Stück !

    Ihren ersten Einsatz hatte sie schon in Europa. Durch irgendwelche Flugausfälle auf Grund des 11.September wurde mein SPANAIR-Flug ziemlich merkwürdig auf Lufthansa und Varig umgebucht, so daß ich auf dem Hinflug die Kleinigkeit von 10 Stunden Aufenthalt in Madrid hatte. Bei 7° Celsius herrschte wunderschöner Sonnenschein, so daß flugs ein paar Zufallsfotos von Madrid's schönen Plätzen geschossen waren.

    Ja, in Rio hat es geregnet. Und wenn es in Rio regnet, dann richtig. Sieht lustig aus, wenn die Autos in der Tiefgarage an der Decke schwimmen. Weniger lustig ist es in den Favelas an den Berghängen. Nach 2 Tagen Regen gibt es mehr als 50 Tote im Bundesstaat Rio de Janeiro !!!
    Plaza Cibeles
    Plaza Cibeles
    Am Sylvestertag selbst sind die meisten Brasilianer ganz in weiß gekleidet, tragen T-Shirts mit der Aufschrift REVEILLON 2002 und eine Million Leute strömt in Copacabana am Abend Richtung Strand, um das Feuerwerk anzuschauen. Kein Problem, ein 5 Kilometer langer Sandstrand, der oft mehr als 100 m breit ist, kann die Million locker schlucken.

    Das letzte Mal in Rio, vor zwei Jahren, hatte ich eine ziemlich abwechslungsreiche Zickzackreise mit dem Airpaß von Vasp gemacht.   Die Route von Januar 2000 anschauen
    Dieses Mal wollte ich die Busse ausprobieren und vor allem auch Salvador, die alte Hauptstadt von Bahia, besuchen.
    Feuerwerk in Copacabana
    Feuerwerk in Copacabana
    Die Busse sind suuuper bequem. Und so ist es kein Problem die 1800 km von Rio nach Salvador in einer Fahrt zurückzulegen. Aber warum so hastig, auf dem Wege lassen sich natürlich auch Stationen machen.

    In 8 Stunden Busfahrt von Rio aus läßt sich Vitoria erreichen, die Hauptstadt von Espirito Santo, dem kleinen nördlichen Nachbarstaat von Rio de Janeiro. Vitoria ist eine wichtige Hafenstadt. Um ihre touristischen Reize zu entlocken, muß man wahrscheinlich länger bleiben als nur einen Spätnachmittag und einen Abend.

    Vitoria
    Vitoria de Espirito Santo
    Am anderen Morgen also wieder zur Rodoviaria (so heißen in Brasilien die Busbahnhöfe). Das Ticket nach Porto Seguro hatte ich gleich bei Ankunft gestern nachmittag gekauft. Die Tickets aller Fernbusgesellschaften sind nummeriert und beim Ticketkauf am Schalter kann man sich die Belegung und die freien Plätze aller Busse der jeweiligen Gesellschaft auf dem PC-Monitor anschauen.

    Auf den Namen Porto Seguro's konnte man im Jahre 2000 auch in der deutschen Presse häufig treffen. Wegen der vielen Jubiläen. Porto Seguro liegt an der sogenannten Küste der Entdeckung. Am 22.April 1500 landete ganz in der Nähe eine portugiesische Flotte unter Leitung von Pedro Alvares Cabral. Eigentlich wollten sie nach Kalkutta um nach Gold, Edelsteinen und Pfeffer Ausschau zu halten  -  aber man muß die Entdeckungen eben nehmen wie sie kommen. Weil sie außer Pau do Brasil, einem rötlichen Färbeholz, nicht viel fanden, mit dem man Handel treiben konnte, bekam das Land schnell den Namen Brasil.

    Hier gibt es den Marco do Descobrimento, den Markstein der Entdeckung, mit dem die Portugiesen ihren Besitzanspruch auf dieses große Land dokumentierten. Voraussetzung für diesen Anspruch war natürlich der auf Initiative des Papstes zustande gekommene Vertrag von Tordesillas 1494 zwischen Spanien und Portugal, mit dem der Bischof von Rom die noch in Besitz zu nehmende Restwelt entlang des 50-ten Längengrades zwischen Spaniern und Portugiesen aufzuteilen gedachte    mehr dazu bei P. Bigorajski....

    In Folge dieses Abkommens findet man heute westlich des besagten Längengrades eine Unzahl spanisch sprechender Länder (nämlich ganz Lateinamerika außer Brasilien) und Richtung Westen gibt es außer Ostbrasilien viel lusitanisches Afrika: Kapverdische Inseln, Guinea Bissau, Angola, Mosambique.

    Im Jahre 2000 gab es in Porto Seguro auch heftige Proteste von Abkömmlingen der Indianer gegen Feierlichkeiten wie "500 Jahre Entdeckung Brasiliens"   -   logischerweise eine fragwürdige Wortwahl aus Sicht der Indianer. Die Tourismus-Behörde Bahia's wirbt seit dem mit Sprüchen wie: "Bahia, Tourismus seit 500 Jahren"

    Und wie sieht es heute hier aus. Ein bißchen wie Sommerfrische, so á la Bad Ischgl des k.und k. Reiches vor 150 Jahren. Echter Massentourismus, und keiner weiß so genau warum sie alle kommen. Es ist bestimmt nicht die schönste Küste Brasiliens, aber in Wassernähe gibt es auf mindestens 20 km keinen Quadratmeter, der nicht touristisch genutzt ist. Unzählige Jugendgruppen aus São Paulo, und am Wochenende noch zusätzlich jede Menge Reisebusse aus allen Großstädten des Bundesstaates Minas Gerais für Tagesbesucher. Nur die Argentinier waren in diesem Jahr deutlich schwächer vertreten als sonst. Ihre Regierung konnte die wahnwitzige 1:1-Bindung des Peso an den US-Dollar gegen die subtile und sanfte (Real-) Weichwährungs-Politik Fernando Henrique Cardoso's nicht mehr durchhalten und trat zum Raubzug auf die Bankkonten des argentinischen Mittelstandes an.
    Porto Seguro
    Igreja Matriz de Nossa Senhora da Penha (1535)



    Porto Seguro
    Der Markstein der Entdeckung



    Porto Seguro
    Passarela da Alcoól



    Porto Seguro
    Am Strand von Porto Seguro



    Porto Seguro
    Axe Moi: Ganztägiger Formationstanz am Strand

    Nicht viel weniger historisch als Porto Seguro ist die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia:   Salvador.   Am 1.November 1501 ging hier Amerigo Vespucci an Land und taufte die Bucht auf den Namen "Baía de Todos os Santos = Allerheiligenbucht". Mangels Wahrnehmung besonderer Merkmale hat er ihr also einfach das Datum seines Besuchs als Namen verpaßt. Ungefähr 30 Jahre später fängt man an Zucker anzubauen und 1549 wird Salvador da Baía de Todos os Santos vom portugiesischen König zur Hauptstadt der Kolonie erklärt. 1763 muß Salvador diese Rolle an Rio de Janeiro abgeben. Zwischendurch wirft auch der 30-jährige Krieg in Europa seine Schatten auf Brasilien:   Die Holländer bringen große Teile Nordostbrasiliens für drei Jahrzehnte in ihre Hand, darunter fast ganz Bahia. Ein Pluspunkt Salvadors ist die Steilküste im Innern der Bucht. Von Barra am Eingang der Bucht bis zum Zentrum Salvadors gibt es noch heute keine Strände und keine Küstenstraße, sondern nur eine Steilküste. Auf der gegenüberliegenden Insel Itaparica hatten die Holländer ihre Stützpunkte und konnten 1624 trotz aller Steilküste auch Salvador selbst für 10 Monate besetzen.

    Im Zentrum Salvadors findet man eine Unmenge von Konventen, Kathedralen und solchen Dingen wie z.B. das Denkmal an den ersten Erzbischof Brasiliens an der "Praça da Sé", dem Platz des (Bischofs-) Sitzes. Noch pittoresker wirkt das daran anschließende Viertel Pelourinho. Seinen Namen verdankt es einem Platz, auf dem man die Afrikaner in einen Pranger steckte, wenn sie etwas Falsches getan hatten. Es ist übrigens nicht so, daß sich die Verschleppten aus Afrika alles ohne Gegenwehr gefallen ließen, was man Ihnen antat. Vor allem in Bahia waren die afrikanischen Traditionen immer stark. In der Frühzeit des europäischen Sklavenhandels hatte man solche Menschenmassen aus Afrika hierher entführt, daß man sich nicht die Mühe machte, sie von ihren Häuptlingen und Medizinmännern zu trennen.

    Besonders in der ersten Hälfte des 16-ten Jahrhunderts kam es in Bahia zu zahlreichen Sklavenaufständen. Und schon ab 1630 hatten sich viele entkommene Sklaven zu Fluchtburgen (= Quilombros) zusammengeschlossen. Im größten davon hatten sich bis zu 30.000 Entlaufene organisiert. Zu einer bemerkenswerten Neuauflage dieser Geschichte kam es am Ende des 19-Jahrhunderts durch das Quilombro de Canudos, einer Geschichte, die die brasilianische Regierung unter allen Umständen zu vertuschen versuchte:   mehr dazu ...

    Im Pelourinho brennt jeden Dienstag- und Samstagabend die Luft, die ganze Altstadt ist eine einzige große Fete ! Außerdem ist Salvador die Hochburg des brasilianischen Reggae und der wichtigste Live-Musik-Club an der Rua Gregorio de Matos ist zum Brechen voll ........
    Salvador
    Salvador da Bahia



    Salvador
    Praça da Sé



    Salvador
    Pelourinho



    Salvador
    Praça Tomé de Souza



    Mehr zum Acarajé ?
    Acarajé


    Mitte Januar ist eine tolle Zeit in Salvador. An den Stränden zwischen Rio Vermelho und Itapuã fangen schon die Vorbereitungen für den Karneval an, Konzerte, Tribünen, und am vorletzten Donnerstag im Januar findet an der Wallfahrtskirche Igreja do Bonfim die größte "Lavagem" Bahias statt, ein Volksfest, bei dem die Candomblé-Mamas eine führende Rolle spielen.

    Aber viel zu früh mußte ich zurück nach Rio um meinen Transatlantikflug anzutreten. Zum Glück nicht wieder den ganzen Weg mit dem Bus. Schon in Rio hatte ich mir einen Flug mit der Billiglinie GOL gekauft. Findet man im Internet unter „www.voegol.com.br“ . Das hat nichts mit Vögeln zu tun, „voe“ heißt Flug und „gol“ ist eben der Name der Gesellschaft. Der Preis für die Strecke   "Salvador - Rio"   hing von der Uhrzeit ab. Der Flug morgens um 6 Uhr hätte nur 220 Reales (= 215 DM) gekostet. Weil ich den garantiert verpaßt hätte, habe ich mir lieber den teuren um 14 Uhr für 288 R$ geleistet.



    Gekauft hatte ich das Ticket in einem Reisebüro an der Nossa Senhora in Copacabana. Die blonde Brasilianerin dort bot mir ohne Umstände die GOL-Flüge an und ich habe mich sofort entschieden und bezahlt. Als Quittung schrieb sie handschriftlich mit allerlei Rechtschreibfehlern auf einen beliebigen kleinen Zettel, daß „Claus“ den Flug soundso am soundsovielten gebucht und bezahlt habe. Auf meinen Einwand, daß Claus nur mein Vorname sei und ob sie vielleicht noch den Nachnamen dazuschreiben könne, meinte sie nur, ich solle mich nicht so anstellen, hier seien wir in Brasilien und ich heiße nun mal Claus. Irgendwie fand ich es dann schon gut, als man mir 2 Wochen später in Salvador tatsächlich diesen Zettel in die Bordkarten-Kassenquittung oben umtauschte.


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